Accountsperrung · Instagram

Ihr Instagram-Kontowurde gesperrt.

Meta sperrt Instagram-Konten überwiegend automatisiert — oft ohne konkrete Begründung und ohne dass ein Mensch den Fall gesehen hat. Das ist in vielen Fällen rechtswidrig.

Die Situation bei Instagram

Instagram gehört zu Meta und moderiert Konten weitgehend algorithmisch. Betroffene erhalten meist nur den Hinweis, das Konto verstoße gegen die Gemeinschaftsrichtlinien — ohne Angabe des konkreten Beitrags. Der Einspruch über die App wird häufig innerhalb von Minuten abgelehnt, was gegen das Erfordernis einer echten inhaltlichen Prüfung spricht. Hinzu kommt der Zeitdruck: Deaktivierte Konten können nach Ablauf einer Frist endgültig gelöscht werden. Wer Instagram gewerblich nutzt, verliert zudem Reichweite, Kooperationen und Umsatz.

Die Rechtslage

§
Begründungspflicht
Plattformbetreiber dürfen Accounts nicht ohne spezifische Begründung sperren. Ein bloßer Verweis auf die Gemeinschaftsrichtlinien ist nicht ausreichend — der konkrete Verstoß muss benannt werden.
OLG Hamburg, 29.06.2022 – 15 W 32/22

Ihr Weg bei Instagram

1

Sperrhinweis und Konto dokumentieren

Screenshots der Sperrmeldung, aller E-Mails von Instagram und Meta sowie Ihres Profils (Followerzahl, Reichweite) mit Datum sichern. Löschen Sie keine E-Mails — sie sind später Beweismittel.

2

Einspruch über die App einlegen

Instagram: Einstellungen → Hilfe → Support-Anfragen bzw. direkt über den Sperrhinweis. Dokumentieren Sie den Einspruch per Screenshot inklusive Datum und Uhrzeit.

3

DSA-Beschwerde und E-Mail an Meta

Nach Art. 20 DSA muss Meta ein wirksames internes Beschwerdesystem vorhalten. Berufen Sie sich ausdrücklich darauf und setzen Sie eine Frist von 14 Tagen.

4

Fristen im Blick behalten

Deaktivierte Konten werden nach Ablauf einer Frist endgültig gelöscht. Wird das Konto beruflich genutzt, kann ein Eilverfahren der schnellste Weg sein.

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Häufige Fragen zu Instagram

Darf Instagram mein Konto ohne Begründung sperren?

Nein. Nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (BGH, 29.07.2021 – III ZR 179/20) müssen Plattformbetreiber über die Maßnahme informieren, sie konkret begründen und dem Nutzer die Möglichkeit zur Stellungnahme mit anschließender Neubescheidung geben. Ein pauschaler Verweis auf die Gemeinschaftsrichtlinien genügt dafür regelmäßig nicht.

Mein Einspruch wurde nach wenigen Minuten abgelehnt — ist das zulässig?

Eine vollautomatisierte Neubescheidung innerhalb weniger Minuten erfüllt das Anhörungserfordernis in der Regel nicht. Findet weder eine Prüfung der individuellen Umstände noch eine Würdigung Ihrer Stellungnahme statt, kann darin ein eigenständiger Rechtsverstoß liegen (vgl. OLG München, 12.04.2022 – 18 U 6473/20).

Wie lange habe ich Zeit, bevor mein Instagram-Konto gelöscht wird?

Meta löscht deaktivierte Konten nach Ablauf einer Frist endgültig. Die Fristen werden nicht transparent kommuniziert und können in der Praxis schwanken. Deshalb gilt: Je früher Sie handeln, desto besser sind Ihre Chancen auf Wiederherstellung.

Was kann ich tun, wenn Instagram gar nicht reagiert?

Bleibt die Plattform untätig, lässt sich der Anspruch auf Freischaltung anwaltlich und notfalls gerichtlich durchsetzen. Grundlage ist der Vertrag zwischen Ihnen und Meta (§ 280 Abs. 1 i.V.m. § 249 Abs. 1 BGB) sowie die Vorgaben des Digital Services Act.

Ich nutze Instagram geschäftlich — habe ich zusätzliche Ansprüche?

Möglicherweise ja. Wird der Account als Umsatzkanal genutzt, können neben der Wiederherstellung auch Schadensersatzansprüche wegen entgangener Einnahmen in Betracht kommen. Dokumentieren Sie entgangene Werbeeinnahmen und geplatzte Kooperationen.

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