Fake-Accounts · X (ehemals Twitter)

Ein Fake-Account nutztIhren Namen auf X.

Auf X verbreiten sich Inhalte in Minuten — ein Fake-Account in Ihrem Namen kann irreversible Reputationsschäden anrichten, bevor Sie ihn überhaupt bemerken.

Die Situation bei X (ehemals Twitter)

Auf X ist Identitätsmissbrauch besonders folgenreich, weil Inhalte extrem schnell weiterverbreitet werden. Fake-Accounts geben in fremdem Namen Stellungnahmen ab, äußern sich politisch oder verbreiten Betrugsangebote — im Zweifel innerhalb weniger Stunden für tausende Nutzer sichtbar. Da bezahlte Verifizierungshäkchen keinen verlässlichen Identitätsnachweis mehr darstellen, ist die Unterscheidung zwischen echt und gefälscht für Dritte schwieriger geworden. Erschwerend kommt hinzu, dass der Support kaum erreichbar ist. Umso wichtiger sind schnelle Beweissicherung und eine dokumentierte Meldung.

Die Rechtslage

§
Ein Fake-Account verletzt in der Regel Ihr Namensrecht, Ihr Recht am eigenen Bild und häufig auch datenschutzrechtliche Bestimmungen. Plattformen sind nach dem Digital Services Act verpflichtet, rechtswidrige Inhalte nach Kenntnis zu entfernen.

Ihr Weg bei X (ehemals Twitter)

1

Sofort Beweise sichern

Screenshots des Fake-Accounts mit Handle, Profilbild, Bio und allen Beiträgen — inklusive URL und Datum. Inhalte können schnell gelöscht werden.

2

Wegen Identitätsmissbrauch melden

Profil → Drei Punkte → Melden → „Gibt sich als jemand anderes aus“. Nutzen Sie zusätzlich das Formular für Impersonation im Hilfebereich.

3

Öffentlich klarstellen

Weisen Sie über Ihren echten Account auf die Fälschung hin. Bei schneller Verbreitung ist die eigene Richtigstellung oft wirksamer als das Warten auf die Plattform.

4

Bei viraler Verbreitung Eilverfahren prüfen

Verbreiten sich Inhalte in Ihrem Namen viral, kann eine einstweilige Verfügung der schnellste Weg zur Löschung sein — hier zählt jede Stunde.

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Häufige Fragen zu X (ehemals Twitter)

Ein Fake-Account äußert sich in meinem Namen. Welche Ansprüche habe ich?

Neben dem Namensrecht (§ 12 BGB) und dem allgemeinen Persönlichkeitsrecht kommen Ansprüche auf Unterlassung und Richtigstellung in Betracht. Werden Ihnen unwahre Aussagen zugeschrieben, kann zusätzlich eine Verleumdung (§ 187 StGB) vorliegen.

Der Fake-Account hat ein blaues Häkchen — ist er damit verifiziert?

Nein. Das Häkchen ist bei X seit der Umstellung auf ein kostenpflichtiges Abonnement kein verlässlicher Identitätsnachweis mehr. Auch verifizierte Accounts können Fälschungen sein.

Die Inhalte verbreiten sich gerade viral. Was ist der schnellste Weg?

Sichern Sie sofort Beweise, melden Sie den Account und stellen Sie über Ihren echten Account öffentlich klar. Parallel sollte ein Eilverfahren geprüft werden — bei viraler Verbreitung ist eine einstweilige Verfügung oft der schnellste Hebel.

Der Account gibt sich als Parodie aus. Ist das erlaubt?

Satire und Parodie sind grundsätzlich zulässig, müssen aber als solche klar erkennbar sein. Fehlt die Kennzeichnung und entsteht der Eindruck echter Äußerungen, liegt regelmäßig eine Persönlichkeitsrechtsverletzung vor.

Kann ich herausfinden, wer dahintersteckt?

Über ein Auskunftsverfahren nach § 21 TTDSG können Plattformen zur Herausgabe von Bestandsdaten verpflichtet werden. Das lohnt sich vor allem bei fortgesetzten oder schwerwiegenden Verstößen.

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